fbpx
Blog
22. April 2021 read the game

MeinVfB: Matarazzos Mission

Der VfB Stuttgart verliert das Heimspiel am 30. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg. Am Ende hieß es 3:1 für die Wölfe! Waren die Niedersachsen derart überlegen? Mitnichten. Kalajdzic hatte kurz vor dem Wolfsburger Führungstreffer (13. Min) die große Chance die Schwaben in Front zu bringen, später verpasst er abermals nur knapp den Ball. 

Für den VfB Stuttgart war es die elfte Niederlage der Saison, erstmals verlor das Team drei Spiele in Folge. Auffällig ist, dass die Niederlagen vorrangig gegen die tabellarischen Top-Teams eingefahren wurden: Bayern (2x), Dortmund (1x), Wolfsburg (2x), Leipzig (1x), Leverkusen (1x). Also alles nicht so dramatisch? Nur zum Teil.

In Ballbesitz fehlt dem VfB der letzte Punch

Betrachtet man die Details der Niederlagen, fällt auf, dass der VfB nur dreimal mit mehr als einem Tor Unterschied verlor. Ein weiterer Treffer und es hätte zumindest noch einen Punkt für die Stuttgarter gebracht. An Zeit und Ballkontrolle mangelte es den Schwaben jedoch nicht, um noch zu antworten. Es fehlten bloß schlicht die Ideen samt der Qualität diese auch umzusetzen. In Zahlen: Bei den zehn Stuttgarter Saisonsiegen hatte das Team im Schnitt 21 Minuten und 6 Sekunden den Ball unter seiner Kontrolle. Bei besagten elf Niederlagen lag der Wert jedoch bei 25 Minuten und 30 Sekunden. Und auch bei den neun Remis hatte Stuttgart länger den Ball in den eigenen Reihen (ø 23 Minuten 12 Sekunden).

Kurz um: Wie zuletzt gegen den 1. FC Union Berlin und Wolfsburg hatte der VfB mehr Spielanteile, aber keine zwingenden Abschlüsse, die die Partie hätten noch kippen können. Das ist ein Vorgeschmack für die kommende Saison. Die Gegner fürchten das gefährliche Umschaltspiel der Stuttgarter (19 Tore / 37% aller VfB-Saisontore) und stehen deshalb tief. Der VfB muss also aus dem Positionsangriff heraus Tore erzielen – unabhängig, ob es gerade Unentschieden steht oder man einem Rückstand hinterherläuft.

Wer liefert Matarazzo Lösungen auf dem Platz?

Union Berlin stand vor Saisonbeginn vor einem vergleichbaren Problem und holte mit Max Kruse einen Spielmacher, der diese Anforderungen erfüllt. Beim VfB muss es kein Neuzugang sein, sondern die stärkere Einbindung eines Spielers: Philipp Förster. Gegen Wolfsburg war Förster der Pechvogel, der erst vom Punkt und dann im Nachschuss vergab. Dennoch: Förster war am Ende des Spiels an sechs von elf Torschüssen beteiligt, kein Stuttgarter kam auf einen höheren Wert am 30. Spieltag. Vier seiner fünf Torbeteiligungen hat Förster in dieser Saison im Rahmen des Positionsangriffs gesammelt. Mit mehr Spielanteilen könnte Förster also eine Schlüsselrolle einnehmen bei der Mission Klassenerhalt 2.0. 

Vorteil für den VfB Stuttgart: Im Saisonfinale kann Matarazzo ohne großen Ergebnisdruck die kommende Spielzeit vorbereiten. Welcher seiner Spieler hilft dem Team, wenn der Gegner tief und geordnet agiert? Jene Spieler, die ihm auf dem Platz Antworten liefern, werden die Erfolgsgaranten für die nächste Saison.